Ein edler Eindruck ...

Hemden Knigge : Die offiziellen Knigge Empfehlungen für Hemden

Hemden Knigge : Die offiziellen Knigge Empfehlungen für Hemden

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Warum ein Hemden Knigge?
Hemden sind ein zentraler Bestandteil der Geschäftskleidung von Männern.
Und dass die Kleidung eine entscheidende Rolle bei Auftreten & Wirkung und beim Thema erster Eindruck spielt ist unbestritten.

Hemden Knigge Nicht nur Studien, sondern auch die tagtägliche Erfahrungen bestätigen es – auch wenn wir es nicht immer mögen.
Das geht so weit, dass es Untersuchungen zum Thema “Sind attraktive Menschen erfolgreicher?” gibt.

Und Fragen zum Hemden Knigge werden mir häufig in meinen Etikette & Business Knigge Trainings gestellt.

Natürlich können alle Tipps zum Hemden Knigge nur Empfehlungen (auf der Basis des Arbeitskreis Umgangsformen International) sein, und keine Anweisungen oder Regeln. Und die Empfehlungen zum Hemden Knigge gelten vor allem für das geschäftliche Umfeld. Doch auch im privaten Bereich machen viele der Tipps Sinn. Warum?

Weil es oft einfach besser wirkt. Ein gutes Beispiel: Das einschlägige Feedback der Teilnehmerinnen meiner Trainings zum Thema Kurzarm Hemd ist, dass “hochgerollte Hemdärmel sexy wirken, Kurzarmhemden jedoch für “Bubis” sind”.

Und damit sind wir bereits mitten drin im Hemden Knigge:

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Der Stoff

HemdenkniggeDas klassische Hemd für den Geschäftsalltag ist aus Baumwolle, da sich dieses Material am besten pflegen lässt und widerstandsfähig ist. Seidenhemden sind nichts für’s Business und Finger weg von allen Hemden, die (auch nur zum Teil) künstliche Fasern enthalten.
Der Gentleman trägt übrigens immer ein Unterhemd oder T-Shirt unter dem Hemd. Zum einen, weil es im Winter wärmt und im Sommer möglichen Schweiss aufnimmt. Selbstverständlich sollte der Kragen von Unterhemd oder T-Shirt bei offenem Hemdkragen unsichtbar sein. Rundhals-T-Shirts fallen also aus.

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Die Farbe

Das Nonplusultra ist noch immer (und wird es wohl immer bleiben) die Farbe Weiss.

Hemden KniggeWeil Sie zum dunklen Anzug den besten Kontrast bildet und das Auge des Betrachters wie ein Scheinwerfer zum Gesicht des Trägers leitet.
Und dort soll er hin, denn die Mimik ist der wichtigste Teil der Körpersprache und die Körpersprache der wichtigste Teil der Kommunikation.
Hellblau oder auch hellrosa sind durchaus gängige Farben in der halb-offiziellen Geschäftskleidung. Vorsicht jedoch bei starkem Bartwuchs: blaue Hemden machen bereits leichte Bartstoppeln am Nachmittag deutlich stärker sichtbar.
Das klassische Businesshemd ist übrigens einfarbig, jede Art von gestreift, kariert oder gemustert lässt das Auftreten stärker in Richtung Freizeit wandern.

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Die Ärmel

Hemden Knigge
Wollen Sie so wirken?

Da ist der Hemden Knigge in der Länge ganz eindeutig: das Kurzarm Hemd ist im Geschäftsleben nicht zu Hause.

Und ein Kurzarm Hemd und Krawatte wird von den meisten Menschen als Fauxpas empfunden.

Wie auch die Hemden mit Button Down Kragen, kommen die Kurzarm Hemden aus dem Sport: weil langärmelige Hemden zu warm wären oder die Bewegungsfreiheit einschränken würden. Raten Sie mal, welchem Sport wir das Polohemd zu verdanken haben …
Das gilt übrigens auch für den Button Down Kragen: weil lose Kragenecken flattern oder gar ins Gesicht schlagen würden, wurden Sie mit Knöpfen befestigt. Und was zum Sport getragen wird, hat im Geschäftsleben in der Regel nichts zu suchen. Siehe auch weisse Socken, die ja nicht umsonst als Tennissocken bezeichnet werden.

Und es gibt noch einen Grund der gegen Kurzarm Hemd und Krawatte spricht: im Geschäftsleben tragen Sie über dem Hemd gemäss aller Kleidungsempfehlungen für’s Business ein Sakko. Denn das was wir als Oberhemd bezeichnen ist kleidungs-geschichtlich ein Unterhemd, bei dem früher oft nur Kragen und Manschetten getauscht wurden. Das Hemd selber wurde ein paar Tage am Stück nicht gewechselt. Da waren Sie froh, wenn ein Jacket darüber getragen wurde …

Und ein Sakko mit einem Kurzarmhemd ist keine gute Sache: Ihr Schweiss kann ungehindert an den Armen ins Sakko gelangen und Sie müssten Ihr Sakko nach jedem Tragen reinigen lassen. Beim Langarmhemd schützt jedoch der Hemdenstoff Ihr Jacket.

Bleibt noch die Frage: normale Knöpfe oder Doppelmanschette mit Manschettenknöpfen?
Die umgeschlagene Doppelmanschette mit den Manschettenknöpfen sieht in jedem Fall edler aus und ist beim hochoffiziellen Businessdress ein “Muss”.
Doch in der Regel ist auch ein geknöpfter Ärmel absolut ok.

Hemden KniggeIn jedem Fall sollte die Länge stimmen!
Der Ärmel sollte locker bis zur Daumenwurzel reichen. So dass mind. 1 cm des Hemdärmels aus dem Ärmel des Sakko ragt.
Halten Sie mal die Augen auf und Sie werden leider feststellen, dass die Mehrzahl der Zeitgenossen entweder zu kurze Hemdärmel, zu lange Sakkoärmel oder beides hat. Denn das Sakko von der Stange wird in der Regel mit zu langen Ärmeln ausgeliefert. So dass diese angepasst werden können. Was leider viel zu selten geschieht.
Gemäß hoch-offiziellem und halb-offiziellem Hemden Knigge im Geschäftsleben wird zum Hemd wie gesagt im Übrigen immer ein Sakko getragen. Bei der hoch-offiziellen Version sogar mit Weste, also ein dreiteiliger Anzug.

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Ein Tipp von Giorgio Armani:
“Kleide Dich nicht nach der Position, die Du inne hast.
Kleide Dich nach der Position, die Du haben möchtest!”

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Der Kragen

Der klassische Hemd Kragen ist der Kentkragen, der zu praktisch jedem Anzug und jedem Krawattenknoten passt. Seinen Namen verdankt er übrigens dem Herzog von Kent.
Und mit einem Kent Kragen Hemd liegen Sie immer richtig.

Auch der Haifischkragen verdankt seinen Namen dem gleichnamigen Fisch. Allerdings weniger als Träger desselben, sondern, weil der vordere offene Teil zwischen den Kragenspitzen so weit klafft als sei er vom Haifisch heraus gebissen worden. Deshalb verlangt der Haifisch Kragen auch nach einem deutlich größeren Krawattenknoten. Er wirkt moderner und dynamischer und wird auch als Cutaway Kragen bezeichnet.

Und quasi das Mittelding dazwischen ist der “New Kent” Kragen:
nicht ganz so breit geschnitten wie der Haifisch und weniger spitz zulaufend als die meisten (klassischen) Kent-Krägen.

Dann gibt es unter anderem noch den Button-Down und den Tab-Kragen:
Der Button-Down Kragen verdankt seine beiden Knöpfe an den Spitzen wie gesagt dem Polosport und ist ein Kragen für Freizeit Hemden. Damit hat er in der Kombination mit Sakko oder Krawatte schlicht nichts verloren und ist für das Geschäftsleben ungeeignet.

Der Tab-Kragen ist bei uns recht wenig verbreitet und stammt aus den USA: das Charakteristische ist der sogenannte Tab, eine kleine Schlaufe, die auch für den Namen dieses Kragens verantwortlich ist. Der Tab verknüpft die beiden Kragenspitzen miteinander, indem er sie mit einem Knopf zusammenhält. Nur mit Krawatte zu tragen und lässt in der Regel nur Platz für einen kleinen Knoten.

Hemden Knigge Kragenformen
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Bleibt noch eine Frage: Mit oder ohne Brusttasche? Ich sage, bitte ohne Brusttasche:

1) Ein Hemd ohne Brusttasche wirkt immer eleganter und formeller.

2) In einer Brusttasche sammeln sich (gerade bei einem weißen Hemd deutlich sichtbar) immer wieder graue Fussel. Diese Fussel finden auf seltsame Weise immer den Weg zwischen die Stoffschichten der Tasche, sehen dann wirklich unschön aus und sind nahezu unmöglich zu entfernen.

3) Wofür eine Brusttasche?
Für Stifte? Damit diese dann auslaufen? Nein danke.
Für Zigaretten, Handy oder ähnliches? Leiert aus, geht also gar nicht!
Also wenn Brusttasche, dann leer lassen. Ok, wofür brauche ich dann eine Brusttasche bei Hemden?
Genau, also überflüssig …

Und noch eine bissige Bemerkung zur Brusttasche: “Wer eine Brusttasche am Hemd hat, nimmt diese meistens für eine Stift. Ist also jemand, der selber schreibt. Wer keine Brusttasche am Hemd hat, signalisiert unterschwellig: “Ich kann es mir leisten, schreiben zu lassen.”

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Und wenn Sie jetzt noch Fragen zum Hemden Knigge haben, stellen Sie diese einfach als Kommentar zum Artikel oder schicken Sie uns eine Nachricht über das Kontaktformular.

Eine Frage, die mich per E-Mail erreichte: “Trägt man ein Hemd mit oder ohne Bügelfalten an den Ärmeln.”

Meine Antwort: “Es absolut ok, Hemden ohne Bügelfalte am Arm zu tragen, auch im Geschäftsleben.
(Bei maschinell, auf einer „Puppe“, gebügelten Hemden entfallen diese ohnehin.)

Etwas edler sieht es natürlich mit einer, auf Handarbeit beim Bügeln hinweisenden Bügelfalte aus.”

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Zum weiter lesen:

Der Anzugknigge

Der Krawatten Knigge

Haben Sie Fragen? Schicken Sie mir über den “Kontakt” Button rechts oben auf dieser Seite eine Nachricht!

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25 Kommentare

  1. Sie schreiben, dass eine Bügelfalte beim Hemd edler aussieht, weil sie auf Handarbeit beim Bügeln hinweist.
    Wozu gibt es dann diese kleinen Bügelbretter? Händisch ohne Falte bügeln ist doch noch aufwändiger als mit?
    Ich finde dass Hemden ohne Falte viel eleganter wirken!

  2. Sie schreiben, dass eine Bügelfalte beim Hemd edler aussieht, weil sie auf Handarbeit beim Bügeln hinweist.
    Das verblüfft mich jetzt ein wenig. Ich finde dass Hemden ohne Falte eleganter wirken.
    Und wozu gibt es dann diese kleinen Bügelbretter? Händisch ohne Falte bügeln ist doch noch aufwändiger als mit?

  3. Ich bin auf einer Hochzeit eingeladen und werde einen Smoking tragen. Mein weißes Hemd ist leicht durchsichtig. Unterhemd ja oder nein?

    Ich besitze ein weißes Unterhemd mit langen T-Shirt-Ärmeln und V-Ausschnitt. Im Knigge steht, dass dieser bevorzugt gewählt werden sollte. Allerdings zeichnet sich das V unter dem Hemd durch den Kontrast Haut/T-Shirt ab.

    Alternativ habe ich noch ein weißes Tank-Top mit Rundhals.

    1. Danke für die Frage! Mir hat vor langem mal ein Gentleman gesagt: “Ein Gentleman trägt immer ein Unterhemd unter dem Hemd!” und dem kann ich zustimmen.
      Schon allein, um möglichen Schweiss aufzufangen. Ein T-Shirt/Unterhemd mit V-Ausschnitt empfehle ich, wenn das Hemd ohne Krawatte und damit offen getragen wird. Damit das T-Shirt nicht sichtbar ist. Bei einem geschlossenen Hemd (so auch dem Smokinghemd), würde ich das Unterhemd wählen, das am wenigsten auffällt. Also hier vermutlich das Rundhals-T-Shirt.

    1. Ja, Hemden mit Manschette sind für eine Trauerfeier absolut angemessen.
      Denn sie sind stilvoll und zeugen damit von Wertschätzung.
      Ich würde dezente Manschettenknöpfe wählen.

  4. Hallo Herr Plath,

    vorab möchte ich Ihnen für die vielen Informationen danken. Mich würde zum Thema Hemd noch interessieren wie es um die Knopfleiste steht.
    Wie ist diese beim klassischen Gentlemen? Verdeckt, Aufgenäht oder wie bei jedem X-beliebigen Hemd – Einfach?

    1. Vielen Dank Herr Rode!
      Die verdeckte Knopfleiste ist klassisch der Abendmode vorbehalten.
      Ob nun aufgenäht/abgesetzt oder “integriert” ist für mich persönlicher Geschmack.

  5. Wie werden die knöpfe an den Ärmeln “bedient”? – eng oder weit?
    Macht es einen Unterschied ob man eine Uhr trägt oder keine?
    Falls doch, wird dann ein Ärmel mit der Uhr weit geknöpft und die andere dann eng?

    1. Meine Empfehlung: so weit, dass der Ärmel bequem sitzt und das Hemd weder zu groß noch zu klein ausssieht :-).
      Ja, ich würde an der “Uhrenhand” bei Bedarf weiter knöpfen. Noch schicker ist natürlich ein Hemd mit Manschettenknöpfen zu einer schönen Uhr.
      Und bei massgeschneiderten Hemden lässt der “perfekte Gentleman” seinen Schneider die “Uhrenseite” entsprechend weiter schneidern.

    1. Nun, prinzipiell steht es jedem natürlich Menschen frei, was er trägt. Denn wir müssen nur eines: mit den Reaktionen und Wahrnehmungen unserer Mietmenschen leben :-).

      Für mich ist das klassische Geschäftshemd weiss in guter Baumwollqualität und ohne Muster und Struktur. Wenn der Stoff strukturiert ist, wird es in der Regel weniger “formal” wahrgenommen und wenn das Hemd ein Muster hat, noch weniger.

      Was zu Ihren Kunden passt, das entscheiden Sie :-). Ich persönlich trage fast ausschliesslich weisse, klassische Hemden mit Doppelmanschette.

  6. Vielen Dank für diesen sehr interessanten und kompletten Artikel. Ich habe für den Arbeitsanfang Hemden gebraucht und dank der Tipps konnte ich dann auf dem Web welche aussuchen

  7. Klassisch wird unter einem weißen Hemd KEIN Shirt getragen. Es sieht einfach nicht gut aus, wenn sich die kurzen Ärmel eines T-Shirts unter einem Langarmhemd abzeichnen. Wer allerdings stärker schwitzt oder friert, sollte ein Unterhemd in Erwägung ziehen – möglichst in derselben Hemdfarbe und möglichst eng anliegend. Wichtig ist zudem: Achten Sie darauf, dass der Kragen des T-Shirts nie sichtbar ist – auch nicht, wenn Sie das Hemd etwas aufknöpfen.

    1. Hmmmm, Ja und Nein :-)…

      Wenn “klassisch” die Zeit der Entstehung des Hemdes meint, dann wurde darunter in der Tat kein Unterhemd getragen – das Hemd selber war das “Unter”-Hemd unter der (Uniform-) Jacke und wurde oft mehrere Tage getragen (evt. mit auswechselbaren Manschetten und Kragen).

      Wenn “klassisch” im Sinne eines klassischen Gentleman gemeint ist, trägt dieser auf jeden Fall ein Unterhemd darunter, eben um möglichen Schweiss aufzufangen. Das war “klassisch” auch kein Problem, denn die Hemdenstoffe waren früher dicker, es zeichnete sich nichts ab.

      Heute gibt es auch für leichtere Hemdenstoffe passende Unterhemden und T-Shirts und ich stimme zu, der Kragen des T-Shirts sollte nicht sichtbar sein.

    1. Ja, im medizinischen Bereich gibts natürlich weisse Socken, die gehören dort zur “Uniform”. Schwarz sähe auch irgendwie seltsam aus 😉 …

  8. … für mich gehört die Bügelfalte zu einem Hemd, noch größeren Wert lege ich allerdings auf den Kragen und die Manschetten, was nützt eine Bügelfalte, wenn Kragenecken und Manschetten abgenutzt und verschlissen sind, leider oft zu sehen! …

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